Mystisches Island - Wild. Unzähmbar

Du bist zum ersten Mal auf Island - so wie wir damals? Dann musst du unbedingt den "Golden Circle" befahren - eine mit Highlights gespickte Tagestour von Reykjavik aus angehen! Die Route führt dich zu atemberaubenden Naturschauspielen, vorbei an tosenden Wasserfällen hin zu brodelnden Geysiren. Du kannst dich einer organisierten Tour je nach Budget im Bus oder im Jeep anschließen, oder du machst es wie wir und mietest dir einfach selbst eine Karre. Wir lieben es einfach, selbstbestimmter zu sein. Allerdings sei hier schon vorab erwähnt, dass wir bei der Mietwagenmiete in Sachen Fahrzeugversicherung abgezockt wurden und unsere, im Vorfeld über ein bekanntes Mietwagenportal abgeschlossene Versicherung nicht vom Vermieter anerkannt wurde und wir bei diesem gleich nochmals eine weitere abschließen mussten. Dies war aber das einzige negative Erlebnis - abgesehen von den immer noch zu teuren Cocktail-Happyhours in den Bars Reykjaviks.

So, nun genug Blabla... zurück zum Golden Circle.

Wir sind früh morgens losgefahren, nach circa einer Stund Fahrt erreichten wir den ältesten Nationalparks Island, den "Þingvellir-Nationalpark". Ein Ort der zum einen für die Isländische Geschichte bedeutsam ist, zum anderen landschaftlich faszinierend ist. Hier treffen nämlich die amerikanische und die europäische Kontinentalplatte aufeinander. An den Rädern türmen sich steile Felsformationen auf und zwischen den Platten kann man sogar im kristallklaren Wasser schnorcheln. Im Neopren-Anzug versteht sich! Obwohl zu unserer Reisezeit im März noch alles mit Schnee bedeckt war, genoßen wir den Spaziergang durch die von Seen und Flüssen durchzogene Landschaft, bevor es weiter ging. 

Der zweite Stopp nach ungefähr einer weiteren Stunde war für uns der spektakulärste. Klar, gehört haben wir schon viel von Geysiren, aber die Geysire im Haukadalur-Tal übertrafen unsere Vorstellung bei Weitem. Mit eiskalten Fingern, die Kamera umklammert verharrten wir am "Strukkur" der alle 10 Minuten bis zu 50 Meter hohe Wasserfontänen in den Himmel speit.  Um uns herum schien die Erde zu brodeln und es roch stechend nach Schwefel - ein Geruch, an den man sich gewöhnen sollte. In unserer Unterkunft hatte nämlich das Leitungswasser einen Schwefelgeschmack...Lecker, da überlegt man es sich doch glatt zwei Mal, ob man es noch einen Tag länger ohne Duschen aushält... Aber nein, so schlimm war es auch nicht.

Weiter ging es für uns zum "Gullfoss"-Wasserfall, den wir nach 15 Minuten Fahrt erreichten. Schon von Weitem hörte man das Rauschen dieses riesigen Wasserfalls. Riesige Eiszapfen bildeten sich an den steilen Felswänden und das Wasser sprühte kalt in unsere Gesichter.

 

Viele kombinieren die Golden Circle Tour mit einem Abstecher zur "Secret Lagoon". Das ist ein von heißen Quellen gespeistes Naturfreibad. Einmal in Islands wilder Natur in einer heißen Thermalquelle zu baden, ist ein absolutes Muss!

Wir haben uns aber für einen anderen Ort entschieden: Auf unserer Rückfahrt nach Reykjavik machten wir Halt in Reykjadalur - ein Geheimtipp unserer Gastgeberin. Hier mussten wir in einem Tal unseren Wagen stehen lassen und einen steilen Berg hoch wandern, was entlang schmaler Pfade über Eis- und Schneefelder gar nicht so einfach war. Doch diese schweißtreibende Tortur hat sich gelohnt. Auf einer Hochebene bahnt sich ein kleiner Bach mit heißem Thermalwasser seinen Weg. Schnell sprangen wir aus der Kälte ins warme Wasser. Ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Viele Touristen gehen einfach in die weltweit bekannte Blaue Lagune für dieses Erlebnis, wir haben das Ganze zusätzlich noch gemacht. Das ist zwar nicht so rustikal, aber wir haben dennoch dort einen tollen Abend verbracht.

 

Wenn ihr zwischen Oktober und März auf der Insel der Wikinger seid, dann solltet ihr unbedingt nach Nordlichter Ausschau halten.

Hierzu kann man auch spezielle Touren buchen, wir sind aber einfach ins Nirgendwo um Reykjavik gefahren, wo man wenig Lichtverschmutzung hatte. Ein ganz einfach zu erreichender Ort ist auch die Leuchtturminsel "Grótta" am Westzipfel Islands. Hier hatten wir besonders viel Glück beim Beobachten der Nordlichter. Und "Glück" ist auch dabei das Zauberwort. Um Nordlichter zu sehen, müssen die Bedingungen einfach stimmen. 

Neben der Golden Circle Tour haben wir einen weiteren großen Ausflug durch das unzähmbare Island gemacht. Auf unserer Tour auf der Südstraße Islands spürten wir die unbändige Kraft der Natur: Heftige Stürme, peitschende Wellen, eisige Gletscher und heiße Quellen. 

Auf unserem Weg entlang der südlichen Ringstraße zur Eislagune "Jökulsárlón" ganz im Osten Islands, legten wir einen ersten Stopp am "Seljalfoss" ein - Ein sehenswerter Wasserfall hinter dessen Kaskade man durchlaufen kann. Als wir unser nächstes Zwischenziel, die Halbinsel "Dyrhólaey" mit ihrer Steilküste erreichten, wurde das Unwetter so heftig, dass wir im parkenden Auto regelrecht durchgeschüttelt wurden. Man bekam die Autotür fast nicht auf und selbst das Gehen im Freien fiel schwer. So machten wir uns weiter an den Strand von "Vík", wo wir ebenfalls nur kurz am schwarzen Sandstrand verweilten, da uns der Regen und die Gischt um die Ohren peitschten... Noch Wochen später fanden wir in den Taschen unseren Jacken den unverkennbaren Sand wieder.

Nach einer gefühlt endlosen Fahrt erreichten wir unser Nachtlager am Fuße des Gletschers "Skaftafell". Am nächsten Morgen ging es hier früh raus. Im Rahmen einer Tour wurden wir mit Steigeisen, Helm und Eispickel bewaffnet und erklommen den blauen Gletscher samt Gletscherhöhle. Nach diesem Erlebnis fuhren wir noch weiter bis an die Eislagune und dem vorgelagerten "Diamond-Beach", an dessen schwarzen Strand glasklare Eisbrocken gespült werden. Trotz der knapp 9-stündigen Heimfahrt hat sich dieser Ausflug mit seinen einmaligen Erlebnissen absolut gelohnt!

Hinweis: Wir bekommen weder Provision noch sonst etwas für die genannten Dinge. Was uns überzeugt, teilen wir einfach gerne mit euch.

- Island -