Nachhaltigkeit & Reiseplanung

Schon bei der Planung weit vor deinem Reiseantritt beginnt Nachhaltigkeit. Hier haben wir versucht, verschiedenste Tipps für dich zusammenzustellen, die dir helfen, deine Reise ganz leicht verantwortungsvoller zu gestalten.

Tipp 1: Bleib hier!

Wusstest du, dass Fliegen die klimaschädlichste Art zu Reisen überhaupt ist? Alleine ein Flug auf die Malediven verursacht pro Reisenden so viel CO2, dass man an Stelle dessen mit einem Mittelklassewagen 30.000 km fahren könnte. Also bleib in der Heimat!

Das mag jetzt vielleicht auf den ersten Blick etwas ernüchternd klingen, aber warum sollte man beispielsweise für einen Wellness-Urlaub tausende Kilometer nach Bali fliegen, wenn es auch in und um Deutschland so viel zu bieten gibt. Unglaublich tolle Ecken kann man ganz bequem per Zug oder mit dem Auto erreichen: interessante Städte, endlose Strände an Nord- und Ostsee, nahezu unberührte Naturschutzgebiete und mystische Bergwelten...
Egal ob für Ruhesuchende, Extremsportler, Surfer, Entdecker, Abenteuerlustige oder Menschen die Abwechslung lieben, für jeden ist etwas dabei.
Auf unserer Webseite findest du im Bereich "Vor der Haustür" solche heimischen Orten, in die wir uns verguckt haben. 
Du siehst, die Nähe deines Reiseziels hat großen Einfluss darauf, wie nachhaltig dein Urlaub wird.


Tipp 2: "Grüner" fliegen

Wie du bereits erfahren hast, ist Fliegen alles andere als umweltbewusst. Uns ist das auch bewusst, dennoch wollen wir andere Kontinente entdecken und weit entfernte Kulturen kennenlernen und können somit nicht auf's Fliegen verzichten.
Umso wichtiger ist es dann, deine Reise genau zu durchdenken, um diese möglichst nachhaltig zu gestalten.
So sollte deine Aufenthaltsdauer am Reiseziel in einem angemessenen Verhältnis zur Flugzeit stehen. Das heißt, je weiter weg dein Ziel ist, desto mehr Tage solltest du dort einplanen. Beispielsweise ist es alles andere als umweltverträglich für ein Wochenende für einen Städtetrip nach Barcelona oder London zu fliegen.

 

Ehrlicherweise reizt uns aber auch eher ein Städtetrip in entferntere Metropolen als die heimischen Großstädte. Aber auch hierfür haben wir einen Tipp:


Mittlerweile gibt es einige Anbieter, die dir helfen, die durch deine Flüge entstandenen Emissionen zu kompensieren. Dabei zahlst du zusätzlich zu deinem Flugticket einen entsprechenden Betrag, der direkt diversen Klimaschutzprojekten zu Gute kommt. Die Höhe dieses Betrages orientiert sich an z.B. Flugdistanz, Sitzklasse und Verbrauch. Für einen Flug von Berlin nach Mallorca wären das pro Person weniger als 20 Euro.

Seriös und transparent arbeitende Kompensationsagenturen sind:

  • Atmosfair
    www.atmosfair.de
    (U.a. von "Stiftung Warentest" gibt's immer wieder Bestnoten für Engangement, Verbraucherfreundlichkeit und Transparenz) 
  • Myclimate
    www.myclimate.org
    (Einer der ältesten Anbieter, dessen Seriosität wird u.a vom Nachhaltigkeitsportal "Utopia" besonders geschätzt wird.)
  • Arktik
    www.arktik.de
    (Erreichte in einer Studie für nachhaltige Entwicklung der Verbraucherzentrale den zweiten Rang)


Dennoch sollte man sich davon nicht verführen lassen, nun so viel zu fliegen, wie man will. Da auch diese Art der CO2-Kompensation nichts daran ändert, dass immer noch viel zu viele Treibhausgase wie CO2 in die Atmosphäre ausgestoßen werden.
Weniger zu fliegen und zu kompensieren, wäre das deutlich bessere Mittel.


Tipp 3: Eine Seefahrt ist NICHT lustig...

Wenn für dich Nachhaltigkeit eine Herzensangelegenheit ist, dann solltest du auf Kreuzfahrten verzichten!
Zwar tut sich in diesem Sektor zum Glück mittlerweile einiges, aber nachhaltige Kreuzfahrten gibt es (noch) nicht.

Laut NABU ist die Umweltbelastung durch Kreuzfahrtschiffe enorm. 
Auf offener See gelten - anders als an Land - keine so strengen Richtlinien, weswegen dort zahlreiche Kreuzfahrtschiffe die Abgase nahezu ungefiltert in die Luft pusten. Laut Untersuchungen der ARD sind Kreuzfahrt-Passagiere auf Deck einen viel höheren Feinstaubmenge ausgesetzt, als an einer vielbefahrenen Straße. Eine Kreuzfahrt hat mit frischer Seeluft also nichts zu tun.
Abgesehen von der Abgasproblematik produzieren die schwimmenden Städte auch enorme Mengen an Müll. Lebensmittelabfälle können ganz legal geschreddert einfach im Meer entsorgt werden, was alles andere als umweltverträglich ist. Noch schlimmer ist, dass das so genannte "Grauwasser", also Abwasser aus den Dusch- und Waschbecken der Passagiere ebenfalls ins Meer abgeleitet werden darf, und das, obwohl sicher die meisten Passagiere keine biologisch abbaubaren Shampoos u.s.w. benutzen. Dies wird zwar zunächst geklärt, aber wird aus hygienischen Gründen nicht mal mehr als Toilettenwasser benutzt, ergo hat das ganze mit sauberem Wasser nichts zu tun.

 

Du willst trotzdem nicht auf eine Kreuzfahrt verzichten? Auch hierfür kannst du mit den bei Tipp 2 genannten Anbieter die entstandenen Treibhausgase kompensieren und so etwas für Klimaprojekte und Umweltschutz beitragen.


Tipp 4: kein All-Inclusive

Ganz ehrlich, auch wir haben schon All-Inclusive Urlaub gemacht und haben es genossen, aber mit Nachhaltigkeit hat diese beliebte Urlaubsvariante leider überhaupt nichts tun.
Durch diese Art unterstützt du in der Regel nur große Unternehmen in der Tourismusbranche, Einheimische gehen dann in der Regel leer aus und schauen in die Röhre. Deshalb lasst euch lieber z.B. mit typisch einheimischer Küche verwöhnen mit Streetfood oder in den Restaurants um die Ecke.


Tipp 5: die richtige Unterkunft

Aus Nachhaltigkeits-Sicht ist es auch besser, ihr meidet große, internationale Hotelketten und sucht euch eine von einheimischen betriebene Unterkunft. Dies ist nicht nur sozial verträglicher, sondern sorgt gleich für ein viel authentischeres Urlaubsgefühl und du tauscht schon automatisch viel tiefer in die Kultur des Landes ein. 

Wenn du in punkto "sanfter Tourismus" noch eine Schippe drauf legen willst, wählst du für deine Reise entsprechend zertifizierte Hotels. So wächst die Zahl Unterkünften, die sich nachhaltiges Arbeiten auf die Fahne geschrieben haben, stetig. 

 

Um den Überblick dabei zu behalten, kannst du Anbieter wie Bookitgreen.com, Fairunterwegs.org nutzen oder die mit dem Online-Reisemagazin wirsindanderso.de Anregungen holen.