· 

Der Lockdown

Mehr als 50 Tage in Selbstisolation, alle Läden bis auf Supermärkte und Apotheken dicht, vor die Tür nur noch für kurze Spaziergänge - verrückte Zeiten. Die sonst herzliche Gastfreundschaft der Kiwis wich immer mehr einer ängstlich, unsicheren Distanz.

Dennoch: den Lockdown haben wir in einer der schönsten Unterkünfte verbracht, in denen wir überhaupt jemals übernachteten. In einem liebevoll eingerichteten Bootshaus direkt am Wasser mit netten Außenbereich haben wir die meiste Zeit gelebt. Vom Wohnzimmer konnte man jeden Abend auf herrliche Sonnenuntergänge über der Bucht von Bayswater blicken. Die ersten Wochen lebten wir gemeinsam mit Vivien und Felix in einer echten "German-Self-Isolation-Bubble". Tagsüber relaxten wir im Garten, schwammen im Meer, wanderten durchs Watt, unternahmen Strandspaziergänge und saßen abends zusammen. Mit den beiden verstanden wir uns bestens.

Da sich die beiden aber für das Rückholprogramm der Bundesregierung entschieden haben, hieß es schon bald Abschied zu nehmen. Nach den wirklich netten gemeinsamen Tagen, waren wir dann für die restlichen Wochen in Quarantäne nur noch zu zweit.

Doch die Zwangspause hatte auch etwas Gutes: Wir fanden Zeit, um sämtliche Fotos der bisherigen Reise zu bearbeiten und kamen endlich mal richtig runter - selbst Christoph lernte, sich zu entspannen. Am letzten Tag, an dem Läden noch geöffnet haben durften, haben wir glücklicherweise wenigstens noch ein Puzzle ergattert. Doch dieses kann Lisa nun nach dem Lockdown mittlerweile mit verbundenen Augen lösen.

Im Bootshaus fühlten wir uns mehr und mehr zu Hause, noch nie waren wir so lange in einer Unterkunft. Wir machten uns Pläne für den Tag und genossen es, ausgiebig Zeit für alles zu haben. Im sonstigen Alltag haben wir sonst zum Beispiel kaum die Ruhe miteinander zu kochen oder den BBQ-Grill anzuschmeißen.

Einkäufe im Supermarkt waren immer eine willkommene Abwechslung -  da wir aber keinen Mietwagen mehr hatten, war dies dank eines langen Fußmarsches gleich das Programm für einen ganzen Nachmittag. Nach ein paar Wochen kannten wir jeden Flecken auf der Halbinsel von Bayswater. 

Wir verbrachten unvergesslich schöne Tage im Bootshaus, trotz der Horrornachrichten, die täglich aus aller Welt auf uns einprasselten.  

Spätestens als Neuseelands Regierung die Beschränkungen nach einigen Wochen wieder lockerte, entspannten sich auch die Menschen hier. So luden uns unsere Gastgeber zu einem Sundowner ein und die Gastfreundschaft blitzte wieder auf.

Irgendwann entschieden wir uns aber dafür, dass ein Tapetenwechsel nötig wurde. Als Cafés und Restaurants wieder Take-Away anbieten durfen, bezogen wir die nächste Unterkunft mitten in Auckland. Die kleine Stadtwohnung war erst mal ein kleiner Schock, doch konnten wir nun endlich neue Ecken entdecken. Während unserer Tage in Auckland spazierten wir immer wieder ins Hafenviertel oder in Stadtteile, die wir bisher noch nicht kannten. Auf unserem Ausflug auf den Mount Eden bekamen wir einen herrlichen Blick auf Aucklands Skyline geboten - genauso spektakulär wie der erste Take-Away-Kaffee seit Ewigkeiten :-)

Hinweis: Wir bekommen weder Provision noch sonst etwas für die genannten Dinge. Was uns überzeugt, teilen wir einfach gerne mit euch.

- Lockdown in Bayswater/Auckland -