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...und dann kam Corona

Schon die Überfahrt per Fähre von Picton aus war beeindruckend und so konnten wir es kaum erwarten, Neuseelands Hauptstadt Wellington zu erkunden. In "Windy Welly" wohnten wir im kleinen aber feinen "U Boutique Hotel". Von dort aus bummelten wir durch die Stadt, saßen in Cafés, fuhren mir der Seilbahn auf den Hausberg der Stadt und erkundeten den Hafen mit seinem tollen "Te Papa"-Museum (kostenloser Eintritt). Nach der langen Zeit auf der Südinsel war es mal wieder eine tolle Abwechslung, Stadtluft zu schnuppern. Ein paar Tage später holten wir unseren Mietwagen ab, dazu fuhren wir per Bus zur Mietwagenstation. Nach langem Suchen entdeckten wir in einem Hinterhof etwas, das aussah, wie ein Autoverleih. Statt wie gewohnt in einem Büro die Formalitäten abzuklären, saßen wir in einem umfunktionierten Wohnzimmer, in dem der Bratwurstgeruch sämtliche Sinne benebelte. Die ohnehin schon von der fraglichen Seriosität des Anbieters Nervosität unsererseits wuchs weiter, als wir unser Auto in Empfang nahmen. Die Karre, von der der goldene Lack schon abblätterte, glich vielmehr einer Sardinenbüchse. Naja - immerhin mussten wir so weder Kratzer noch Beulen fürchten...

Vom südlichsten Teil der Nordinsel fuhren wir ein ganzen Stück in den Bundesstaat Hawkes Bay. Dort besuchten wir die "Art-Deco-Hauptstadt" Napier. Hier spürten wir zum ersten Mal die Corona-Vorboten. Die Menschen gingen mehr auf Distanz - die Gastgeber hielten vernünftiger Weise Abstand - worunter die sonst so neuseeländische Herzlichkeit litt.
Wir entdeckten auch immer mehr Hostels, die komplett dicht gemacht hatten.

Nun wurde auch von der neuseeländischen Regierung ein 4-Stufen-Plan vorgestellt, bei dem je nach Entwicklung weitere Einschränkungen zu erwarten waren.

Kaum waren wir dann ein paar Tage später an der landschaftlich beeindruckenden Coromandel-Küste angekommen, wurden auch schon die Regeln weiter verschärft. An den schönen Stränden Taurangas wollten wir eigentlich noch surfen, doch man konnte nun nicht einmal mehr Bretter ausleihen. Immer mehr kleine Geschäfte schlossen. Trotz allem hatten wir hier eine schöne Zeit: Einer unserer Gastgeberinnen versorgte uns mit frischem Obst aus ihrem Garten. Zum ersten Mal kamen wir so in den Genuss der kiwiähnlichen Feijoa, die von nun an jede Woche auf unserem Einkaufszettel stand. Apropos Einkaufszettel - mittlerweile durfte man nur noch alleine in die Supermärkte und musste sich draußen in lange Warteschlangen mit Sicherheitsabstand einreihen. Drinnen suchte man Nudeln, Reis, Tempos, Klopapier, Mehl und - warum auch immer - Zimt meist vergebens. 

 

In der Zwischenzeit waren wir an unserem letzten Stopp in "Freiheit" angekommen. In dem kleinen, herrlich entspannten Nest Whitianga verbrachten wir die letzten Tage, an denen man sich noch frei bewegen durfte. Diese Zeit nutzen wir, um die bekannte "Cathedral Cove" zu besuchen und am "Hot-Pool-Beach" in heißem Thermalwasser zu baden. Dazu mussten wir lediglich an der richtige Stelle am Strand ein knietiefes Loch buddeln, dass sich dann mit dem dampfenden Wasser füllte. Hier bewohnten wir ein nettes Hinterhaus, das wir ganz für uns hatten und waren schnell im Grünen für Spaziergänge. Die Coromandel ist eine tolle Region, allzu gerne wären wir hier länger geblieben, da man unter normalen Umständen einiges geboten bekommt. Nur die riesigen Käfer, die uns abends in unserer Bude heimsuchten, waren weniger prickelnd :-)

 

Außerdem plagte uns immer wieder die Ungewissheit, wie es mit unserer Reise weiter gehen sollte. Die neuseeländische Regierung war kurz davor, die höchste Alarmstufe zu verhängen. Mittlerweile gab es auch schon die ersten Rückholflüge für Touristen zurück nach Deutschland. Auch die Rufe unserer Familien aus der Heimat wurden lauter, was uns nicht weniger verunsicherte. Unser Flug Anfang April nach Australien wurde in der Zwischenzeit auch gecancelt. Down-Under zu bereisen sollte eigentlich unser krönender Abschluss werden. Ein vorzeitiger Abbruch unserer Reise kam dennoch für uns nicht in Frage, zumal wir ja auch unsere Wohnung in Hamburg aufgegeben haben. Und so machten wir uns auf in Richtung Auckland, um unseren Mietwagen abzugeben und uns in Neuseeland in den kompletten Lockdown in Stufe 4 zu begeben.

Hinweis: Wir bekommen weder Provision noch sonst etwas für die genannten Dinge. Was uns überzeugt, teilen wir einfach gerne mit euch.

- Neuseelands Nordinsel -