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Roadtrip quer über die Südinsel

Nachdem wir eine Woche im entspannten Kaikoura an der Ostküste verbracht haben, wurde unser Entdeckergeist wieder geweckt und so mieteten wir uns ein Auto für die nächsten Wochen. Unser erster Stopp war Mount Cook im Landesinneren der Südinsel. Dort verbrachten wir zwei Nächte in einer Jagdhütte. In den Genuss dieses Abenteuers kamen wir, da uns Tia (für die wir zuvor auf der Farm arbeiteten) kurzerhand und völlig selbstverständlich dazu einlud – ein weiterer Beweis für die unglaubliche Gastfreundschaft der Neuseeländer. Zusammen mit zwei weiteren Freundinnen von ihr bezogen wir die Hütte.


Die Lage war perfekt, um die Gegend zu erkunden und das Wetter spielte auch mit. Wir entdeckten dort wunderschöne Trails, bestaunten den unvergesslichen Nachthimmel und verbrachten unsere restliche Zeit mit Lesen, Kochen, dem Beobachten der frechen Bergpapageien (Keas) oder tollen Gesprächen mit den anderen Dreien. Ein Highlight war unsere Fahrradtour zum Tasman Glacier. Da die Straße an diesem Morgen für Autos gesperrt war, konnten wir ganz entspannt die komplette Fahrbahn nutzen und genossen die Einsamkeit und Ruhe.

Der Gletscher an sich war vom Aussichtspunkt noch ziemlich weit entfernt, aber hier war eher der Weg das Ziel, auf dem wir dutzende Fotostopps eingelegt haben :-)

Erst in der letzten Nacht fegte ein heftiger Sturm über unsere Hütte hinweg und unter lautem Knarren bog sich das Wellblechdach, sodass einem mehr als unwohl wurde. Wir waren heilfroh, dass wir nicht in einem der Zelte auf dem benachbarten Campingplatz schlafen mussten.

Nach zwei erlebnisreichen Tagen am Fuße des Mt. Cook ging es für uns dann weiter nach Dunedin. Die Stadt mit ihrem schottischen Flair, interessanter Streetart und ihrer tollen Umgebung gefiel uns auf Anhieb sehr gut und so verbrachten wir vier Tage im absolut empfehlenswerten Hogwartz-Hostel.

 

Wir schlenderten durch die Stadt, erklommen die angeblich steilste Straße der Welt, fuhren mit dem Auto kreuz und quer über die kurvenreichen „Peninsula“ (Halbinsel), entdeckten sogar einen seltenen Pinguin. Außerdem besuchten wir einen tollen Strand in der Sandfly Bay. Zwar war der Weg dorthin super steil und es graute uns auf dem Weg nach unten schon wieder vor dem Rückweg, doch die Mühen waren es allemal wert. 
Fast bis an den südlichsten Punkt verschlug es uns auf unserem Ausflug in die Catlins, Neuseelands raue, aber spektakuläre Küstenlandschaft. 

 

Die Zeit in Dunedin verging wie im Flug und so hieß es abermals Rucksäcke packen und aufbrechen nach Te Anau. Von dort kann man Ausflüge zu Milford Sound machen. In diesem Fjord kann man per Schiff entlangschipperten und die Landschaft genießen. Da in den Wochen zuvor die Straße wegen katastrophalen Überschwemmungen völlig zerstört wurde und lange Zeit gesperrt war, konnten nur limitiert Leute pro Tag hereingelassen werden. Alles in Allem hatten wir aber doppeltes Glück: Zum einen wurde die Strecke kurz vor unserer Ankunft wieder teilweise freigegeben, zum anderen konnten wir so Milford Sound abseits großer Touristenmassen bestaunen. Das ist unter normalen Bedingungen wohl leider nicht mehr möglich. 

Nach Te Anau ging es mehrere Tage an der Westküste entlang hin zu den großen Gletschern. Atemberaubende Landschaften entschädigten uns für die anstrengenden, schier endlosen Fahrten - mal über Pässe, mal entlang der Küste. Sowohl am Fox-, als auch am Franz-Josef-Gletscher marschierten wir den „Glacier walk“, aber kamen nie näher als zwei Kilometer an die Gletscherzunge heran, da auch hier die Wege weggespült wurden. So musste dann unser Tele-Objektiv ran. Nachts spazierten wir dann durch unwirkliche Wälder, in denen es von Glühwürmchen nur so wimmelte.

 

Den letzten Tag mit dem Mietwagen benötigten wir für die Rückreise nach Christchurch, da die knapp 3 Wochen für die diesen hatten, auch schon wieder vorbei waren und wir die Karre abgeben mussten In Christchurch wagten wir uns dann zum ersten Mal an ein „Relocation-Auto“, welches wir für einen Dollar pro Tag mieten konnten.

Zwei Tage später gaben wir es dann in Picton ab. Auf diese Weise hat die Autovermietung keinen Aufwand das Auto an den Ursprungsort zurück zu bringen und für uns war es eine günstige Alternative zum Mietwagen. Außerdem durften wir so endlich mal wieder ein etwas luxuriöses Auto fahren, das bei Tempo 80 nicht schon rumpelt und wackelt.

Picton selbst ist kein besonderer Ort, aber nahezu jeder Neuseeland-Reisende kommt hier einmal durch.
Denn von dort setzt die Fähre nach Wellington über und außerdem liegt es in den malerischen Marlbourough Sounds: dem bekanntesten Weinanbaugebiet Neuseelands. 

Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, das ganz ausgiebig zur Probe zu stellen. So buchten wir gleich eine Weintour für den nächsten Tag. Am Vormittag ging es dann mit einem Bus, den wir nahezu für uns alleine hatten, los zu verschiedensten Weingütern. Wir konnten jederzeit aussteigen, uns ein Gläschen gönnen und wurden dann eine Stunde später wieder vom Busfahrer abgeholt. Toller Deal! Bestens gelaunt kamen wir so abends wieder an unserer Unterkunft an. Dort servierte der Hostelbesitzer jeden Abend einen leckeren Schokoladenpudding mit der in Neuseeland heiß begehrten Hokey-Pokey Ice-Cream. So saßen wir dann immer gemütlich mit anderen Gästen zusammen und unterhielten uns über ihre Reisen...

 

Nur ein letzter Punkt stand dann noch auf unserer Bucket-Liste für die Südinsel: nämlich der Abel-Tasman-Park am nordwestlichsten Zipfel.

 

Mit dem Intercity-Bus ging es für uns zuerst nach Nelson. Dort wurden wir dann auch gleich vom Sohn unserer Hosting-Family und dessen Schwiegereltern an zwei Abenden zum Essen eingeladen. Zuvor lernten wir uns alle auf Ians Farm kennen und verbrachten unterhaltsame Stunden, obwohl es für uns manchmal schwer war zu folgen, denn dort trafen sowohl neuseeländischer, als auch australischer Akzent auf den noch unverständlicheren schottischen - mit Schulenglisch kam man da nicht weit

Die Familie und wir freuten uns sehr über unser Wiedersehen. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber die neuseeländische Gastfreundschaft ist einfach nur toll. 

Das machte uns aber den Abschied von der Südinsel natürlich nicht leichter! 

Den Abel-Tasman-Park besuchten wir in einer Tagestour. Per Boot fuhren die komplette Küste des Parks entlang, um einen Abschnitt auf dem Rückweg zu Fuß zurückzulegen.  So wanderten wir von einer zur nächsten Anlegestelle. Die Ausblicke waren fantastisch: goldene Strände, grüne Buchten und türkises Wasser boten tolle Fotomotive. Allerdings war der Weg auch nicht ganz unanstrengend und dass wir den heißesten Tag der Woche für unsere Wanderung erwischten, machte das Ganze auch nicht leichter! Nassgeschwitzt sprangen wir, bevor uns das Boot aufgabelte, ins erfrischende Meer.

K.o., aber mehr als zufrieden verließen wir Nelson am nächsten Tag wieder Richtung Picton, um mit der Fähre auf die Nordinsel überzusetzen.

 

Das war ein gelungener Abschluss – die Abenteuer, die irren Landschaften und die herzlichen Leute der Südinsel werden wir nie vergessen!

Hinweis: Wir bekommen weder Provision noch sonst etwas für die genannten Dinge. Was uns überzeugt, teilen wir einfach gerne mit euch.

- Neuseelands Südinsel -