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Pura Vida

Mitten in der Nacht erreichten wir unsere Unterkunft in San Jose, der Hauptstadt Costa Ricas und so kamen wir am nächsten Morgen nur schwer aus den Federn. Doch schon während unserem üppigen Frühstück schwirrten schon die ersten Kolibris herum und schon vergaßen wir die Müdigkeit. 

Um die Mittagszeit holten wir unseren 4x4-Mietwagen ab und fuhren in das Hochland Costa Ricas. Ziel war ein kleines Nest nahe La Fortuna mitten im Dschungel am Fuße des Vulkans "Arenal". Die kurvenreiche Strecke war abenteuerlich, aufgrund von dichtem Nebel ging es phasenweise nur im Schneckentempo voran, doch die extrem grüne Landschaft begeisterte uns vom ersten Moment an.

Am nächsten Morgen verließen wir unsere Unterkunft in El Castillo relativ früh, nachdem wir noch unser Müsli mit Aussicht auf den Vulkan aßen. Im "Ecocentro Danaus Reserva Ecologica" führte uns ein erfahrener Guide durch den tropischen Wald, der in diesem Gebiet streng geschützt wird. Nach Beginn unserer Tour befürchteten wir schon, einem Pflanzenliebhaber zugeteilt worden zu sein, nachdem wir uns die erste halbe Stunde einen Monolog über Orchideen anhören mussten. Doch dann kam gerade ein anderer Mitarbeiter mit einem großen Sack um die Ecke. Er hatte ein Faultier auf dem Grundstück eines benachbarten Farmers gerettet, das von Hunden bedroht wurde. Nun wurde es zum Glück unversehrt im Schutz des Reservats freigelassen -unglaublich. Behäbig kroch das Zweifingerfaultier über den Boden zu einem Baum. Dort konnten wir es aus nächster Nähe beobachten. Die Tour wurde danach immer besser, denn unser Guide bewies ein extrem gutes Auge, er fand weitere wilde Tiere, die wir niemals gesehen hätten. Die Zeit in dem Reservat ging viel zu schnell vorbei, doch die extreme Schwüle in den Wäldern war sehr anstrengend. So stärkten wir uns erst einmal in einem der typischen "Sodas", das sind kleine Restaurants, in dem einheimisches Essen serviert wird. Den Rest des Tages entspannten wir im Dschungel in einem Fluss mit warmem Wasser, der von heißen Quellen am Vulkan gespeist wurde. Ein verrücktes Erlebnis!

Dann hieß es auch schon wieder, Rucksäcke packen. Auf dem Weg zu unserem nächsten Stopp in Monteverde wanderten wir zunächst noch durch den Nationalpark "El Arenal". Über Hängebrücken gelangt man auf die Pfade durch die Wälder. Hier stießen wir auch zum ersten Mal auf Brüllaffen, bei deren Gebrüll man tatsächlich kurz erstarrt...

Viele Stufen führten uns durch den Wald hinab an einen Wasserfall, bei dem wir kurzerhand ins kühle Nass sprangen, ehe wir wieder zu unserem Auto marschierten. Auf der langen Fahrt machten wir Halt an einer deutschen Bäckerei und verschlangen Rösti in einem schweizer Restaurant. Der Weg nach Monteverde, ein Städtchen, das hoch in den Bergen Costa Ricas liegt, entpuppte sich als nicht ganz so einfach. Zum einen unterschätzten wir, wie schnell die Dunkelheit hier hereinbrach, zum anderen verwandelte sich die Straße in eine unasphaltierte Staubpiste mit unzähligen Schlaglöchern - wir waren froh, Allradantrieb zu haben. Völlig erschöpft fielen wir ins Bett.

In Monteverde wanderten wir auf schmalen Wegen durch die Nebelwälder  des "La Reserva Bosque Nuboso Santa Elena" mit ihrer einzigartigen Tierwelt. Diesen Ort stellten wir uns sehr mystisch vor, doch war keine einzige Nebelschwade zu sehen, ganz zu schweigen von irgendwelchen Tieren. Ohne Guide hat man kaum eine Chance, etwas zu Gesicht zu bekommen.

Doch in einem kleinen Café am Eingangstor zum "Cloudforest Nationalpark" konnten wir verschiedenste Kolibris entdecken. Geduldig harrten wir dort aus, bis diese Vögel tatsächlich direkt vor unseren Gesichtern herumschwirrten. Außerdem entschlossen wir uns noch, eine geführte Nachtwanderung zu unternehmen - ein verrücktes Gefühl durch den stockdunklen Regenwald zu laufen, umgeben von Schlangen, Fledermäusen, Vögeln und Fröschen. Außerdem wurden wir Zeuge eines Kampfes zweier Faultiere - hört sich aber spektakulärer an, als es tatsächlich war :-)

Bevor wir das Hochland in Richtung Pazifik verließen hatten wir noch eine kurze Nacht hinter uns. Es tobte ein Sturm und das Wellblechdach unserer Unterkunft bog sich im Minutentakt unterm lautstarkem Getöse. Übermüdet kletterten wir am folgenden Morgen auf einen Ficusbaum, der im Innern hohl ist. Wie auf einer Leiter kann man hier bis in die Spitze hochkraxeln.

Hinweis: Wir bekommen weder Provision noch sonst etwas für die genannten Dinge. Was uns überzeugt, teilen wir einfach gerne mit euch.

- Costa Ricas Hochland -