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Zurück in Quito

Nachdem wir bei unserem ersten Aufenthalt in Quito bereits ausgiebig die Altstadt erkundet hatten, nahmen wir uns diesem Mal andere Dinge vor. Am ersten Tag wurden wir morgens von Sébastian, einem ausgebildeten Chefkoch abgeholt und über einen quirligen Markt geführt, auf dem wir alle Zutaten für unser typisch ecuadorianisches Gericht kauften. Schon auf dem Markt kamen wir fast schon nicht mehr aus dem Staunen heraus – so viele Dinge, die wir noch nie zuvor gesehen hatten.

Danach nahm uns Sébastian mit zu sich nach Hause, wo wir u.a. eine typisch ecuadorianische Kartoffelsuppe nach uraltem Rezept aus der Zeit der Inkas zubereiteten und viel über die Küche dieses Landes lernten. Kartoffelsuppe hört sich für uns Deutsche wenig spektakulär an, doch diese war schon sehr besonders. Bei leckerem Wein ließen wir uns das Essen zusammen mit Sébastian und seiner Frau schmecken. Zum Abschluss gab es noch die verrücktesten Obstsorten zum Probieren - Früchte, die wir zuvor noch nie gesehen haben.

Die restlichen drei Tage waren vollgepackt. Per Bus unternahmen wir eine Ganztagestour vorbei am Cotopaxi – dem größten Vulkan Südamerikas durch das Andenhochland zu einer beeindruckenden Kraterlagune namens Quilotoa. Dort versuchten wir uns im Wandern, doch mussten passen. Die Höhe unter knapp 4000m Höhe machte uns doch sehr zu schaffen und so kamen wir doch sehr schnell außer Puste. Morgens war uns auf dem Hinweg der Blick auf den Cotopaxi durch Wolken noch verwehrt, doch abends leuchtete die schneebedeckte Spitze uns regelrecht im Sonnenuntergang entgegen.

 

Auch am nächsten Tag setzten wir Höhentrainingslager ins Sachen Kondition fort: Früh morgens gings hinauf mit der Seilbahn auf den Stadtberg Quitos, dem Teleférico. Von dort aus hatten wir eine überragende Aussicht auf die Stadt und schwangen uns dort auf eine Schaukel.

Am letzten Tag in Quito beschlossen wir, nach Otavalo zu fahren, dort findet man den größten indigenen Markt Südamerikas. Hier gab es neben den Frauen in ihrer typischen Tracht allerhand Sachen zu bestaunen... und jaaa, seit dem schleppen wir auch einen Teppich mit uns im Gepäck rum!

Während unserer Zeit in Ecuador und auch schon bei der Reisevorbereitung erhielten wir viele tolle Tipps und Unterstützung vor Ort durch einen waschechten Kinzigtäler... Danke an dieser Stelle!:-)

Der Abreisetag war von Adrenalin vollgepackt. Da wir eigentlich viel Zeit hatten, um unseren Flug zu erwischen, starteten wir recht gemütlich in den Tag. Als wir dann aber an die Rezeption unseres Hostels kamen, hieß es, dass alle Straßen gesperrt seien und weder Busse noch Taxis fahren würden – Generalstreik in der Hauptstadt.

Es dauerte eine ganze Weile bis wir für uns und zwei weitere Deutsche ein Uber organisieren konnten. Erleichtert fuhren los, doch keine 20 Minuten später ging es nicht mehr weiter. In der Zwischenzeit hatten protestierende Menschen brennende Barrikaden auf den Straßen zum Flughafen errichtet. Es war kein Durchkommen. Die Zeit zum Abflug wurde immer kürzer. Unser Fahrer versuchte herauszubekommen, wie aggressiv die Stimmung der Demonstranten war. Letztendlich konnten wir zwar ohne Bedenken, dafür aber verschwitzt vor Anspannung und vom Tragen des Gepäcks die Barrikade per Fuß passieren. Auf der anderen Seite baten wir einen Einheimischen, uns Richtung Flughafen mitzunehmen. Erleichtert warfen wir unsere Rucksäcke in den Kofferraum. Doch wieder keine 5 Minuten später standen wir vor der nächsten brennenden Straßensperre. Also wieder dasselbe Spiel, zu Fuß durchmarschieren und eine Mitfahrgelegenheit suchen. Diese Prozedur wiederholte sich noch zwei weitere Male und so schafften wir es gerade noch rechtzeitig an den Flughafen. Auch hier hatten wir unglaubliches Glück, denn unser Flug war tatsächlich einer der wenigen, der nicht gestrichen wurde. Unsere beiden Mitstreiter mussten nämlich die Nacht am Flughafen verbringen.

Lange hatten wir zuvor überlegt, noch länger in Ecuador zu bleiben. Doch das kalte Wetter der letzten Tage hatte uns dazu bewogen, das Land zunächst in Richtung USA zu verlassen. Unsere Entscheidung erwies sich als Glücksgriff, denn in den kommenden Tagen war durch die Proteste das öffentliche Leben in Ecuador lahmgelegt und wir wären tatsächlich festgesessen. Trotzdem sei hier nochmal gesagt, dass uns gegenüber alle sehr freundlich und hilfsbereit waren!

Hinweis: Wir bekommen weder Provision noch sonst etwas für die genannten Dinge. Was uns überzeugt, teilen wir einfach gerne mit euch.

- Quito -